Die besten Erfahrungen habe ich mit langen Linien, die tatsächlich senkrecht sein müssen. Gerne verwende ich auch die Lupenfunktion, um Kurze Kanten möglichst bildschirmhoch darzustellen, bevor ich die Linie setze.
Dass Kirchensäulen nicht senkrecht stehen, habe ich schon öfter beobachtet. Man sieht es vor Ort, wenn man sich in eine Flucht mehrerer Säulen stellt, und die Kanten vergleicht.
Tür- und Fensterkanten sind meistens sehr genau. Manchmal gibt es auch Lampen, die an sehr langen Kabeln hängen, die sind zum Ausrichten allerbestens geeignet.
Die Anzahl der Linien ist nicht so bedeutend wie ihre Qualität und ihre Lage zueinander. Die optimale Ausrichtung bekommt man, wenn man 2 lange, exakt senkrechte Kanten im Blickwinkel von 90° im Equi hat. Gar keinen Nutzen bringen zwei Linien, die im Bild um 180° versetzt sind, und die einzigen Senkrechten im Bild wären. Damit lässt sich ein Pano nicht ausrichten.
Wenn ein Pano trotz sauberen Stitchens nicht so recht ins Lot passen will, kann ich das numerische Ausrichten in Verbindung mit der Lupe nur empfehlen. Dabei verzichtet man völlig auf die Hilfslinienautomatik. Mit der numerischen Eingabe kann man ein Panorama viel feiner justieren, und behält die völlige Kontrolle in seiner Hand. Wie man dazu genau vorgeht, habe ich schon
ausführlich beschrieben. Das Gute an dieser Methode ist, dass man mehrere Linien gleichzeitig im Auge behalten kann, und durch aufmarksames Beobachten eine Tendenz erkennen kann, ob eine Blickrichtung überwiegend nach links oder nach rechts kippt. Wenn auf engem Raum beide Kipprichtungen vorkommen, ist das ein Hinweis, dass Kanten nicht wirklich senkrecht gebaut wurden. Wenn man den Verdacht hat, dass eine Blickrichtung nach links kippt, aber dessen nicht ganz sicher ist, kann man die Blickrichtung um 180° drehen, und müsste an dieser Stelle zwangsläufig ein Kippen nach rechts feststellen.