Teil 2
2.2 STRATO HiDrive - www.strato.de/online-speicher
Das HiDrive wird mit Speicherplatz von 20 bis 500 GB für Privatnutzer angeboten, wobei die 100 GB Version aktuell für 0,00 EUR im ersten Jahr und danach mtl. 4,90 EUR angeboten wird, wenn man sich für einen 24 Monatsvertrag entscheidet. HiDrive ist hochperformant. Es gibt Freigabe-Optionen für bestimmte Bereiche des Onlinespeichers und es können Lauftwerke mit SMB/CIFS in die eigene Netzwerkumgebung angelegt werden. Zusätzlich wird FTP/ SFTP/ FTPS unterstützt. Und auch WebDav und Rsync kann genutzt werden. Wer nicht so viel Speicherplatz für seine externen Daten benötigt, ist mit HiDrive sicher ganz gut bedient. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Jährliche Kosten für 1 TB - Paket HiDrive Pro: 239,40 EUR
2.3 ElephantDrive - home.elephantdrive.com
Genau wie bei CrashPlan kommt auch bei ElephantDrive eine proprietäre Software zum Einsatz, die Windows und Macs unterstützt. Ergänzend dazu werden Android und einige NAS Hersteller unterstützt. 2GB sind kostenlos verfügbar und für den Personal Account zahlt man für 100 GB Speicherplatz 9,95US$/Monat bis 169,95US$/Monat für 2 TB. Hervorzuheben ist die direkte Unterstützung von Network-Attached-Storages. Damit ist eine Echtzeit-Datensicherung in Verbindung mit ElephantDrive möglich.
Jährliche Kosten für 1 TB: 866,38 US$ / 678 EUR
QNAP & Cloud Services:
http://www.qnap.com/useng/index.php?lang=en-us&sn=1084
2.4 Symform - www.symform.com
SymForm ist ein weiterer Cloud-Dienst, der eine Besonderheit aufweist: Statt für Speicherplatz zu bezahlen, kann man alternativ nicht genutzten eigenen Speicherplatz auf der lokalen HDD oder dem NAS SymForm zur Verfügung stellen. Dort werden dann fragmentierte und verschlüsselte Daten der Nutzer abgelegt. Es soll darüber hinaus möglich sein, die Bandbreite für den Zugriff auf die Daten zu limitieren, damit man nebenher im Netz noch arbeiten kann. Ich habe das nicht getestet, da mir bei bei dem Gedanken nicht so wohl dabei war. Wer sich nun aber für "Bucks" statt "Bytes" entscheidet, für den sind die ersten 10 GB kostenlos; weitere 2 GB schlagen mit US$0.15/Monat zu Buche. Auf das Jahr gerechnet zahlt man also 1800US$ für 1 TB Speicherplatz oder gar nichts, wenn man sich für die Pay-with-Bytes Variante entscheidet, sprich 1 TB nutzen und 1 TB zur Verfügung stellen. So habe ich das Konzept zumindest verstanden.
Jährliche Kosten für 1 TB: 1800 US$ / 1408 EUR
2.5 Google Drive - drive.google.com
Auch für Google Drive wird eine proprietäre Software angeboten, die das Handling der Daten auf dem PC übernimmt. Selbstverständlich gibt es, neben den klassischen Desktop-OS, auch Support für Android und iOS. Maximal 5 GB Speicherplatz sind für angemeldete Google-Benutzer kostenlos. 25 GB kosten dann 2,49US$/Monat, 100 GB 4,99US$/Monat und 1 TB 49,99US$/Monat. Wer die Google-eigenen Apps für Text, Tabellen, Präsentatitionen etc. nutzt, belegt keinen Speicherplatz für die Daten.
Jährliche Kosten für 1 TB: 599,88 US$ / 470 EUR
2.6 DropBox - www.dropbox.com
Weit verbreitet und vielen bekannt für schnarchlangsame Datenübertragung bei der Präsentation von Panoramen. 2 GB sind kostenlos und können durch Empfehlungen auf weitere GB aufgestockt werden. Danach kann man 100 GB für 9,99US$/Monat bzw. 99US$/Jahr, 200 GB für 19,99US$/Monat bzw. 199US$/Jahr und 500 GB für 49,99US$/Monat bzw. 499US$/Jahr buchen. Auch hier wird eine proprietäre Software zum Handling der Daten angeboten.
Jährliche Kosten für 1 TB / Paket Dropbox für Teams: 795 US$ / 622 EUR
2.7 Amazon Simple Storage Service - aws.amazon.com/de/s3
Amazon betreibt neben dem bekannten Vertriebsportal auch einige IT-Services u.a. auch Cloud-Dienste. Die Cloud nennt sich Amazon Simple Storage Service (S3) und ist für Einsteiger erst einmal verwirrend, wenn nicht sogar abschreckend. Also alles andere als "Simple". Wer sich mal eben schnell einen Überblick über die zu erwartenden Kosten verschaffen möchte, stellt fest, dass Amazon penibel unterscheidet
(a) in welcher Region der Speicherplatz zur Verfügung gestellt werden soll (USA Standard, West, EU, Asien oder Südamerika)
(b) wieviele PUT, COPY, POST, LIST- oder GET-Anfragen zu erwarten sind
(c) wieviel Traffic zu erwarten ist
(d) ob redundanter Speicherplatz verwendet wird oder nicht
Zu (a): Amazon betreibt weltweit verteilt eigene Rechenzentren. Je nach dem wer in welcher Region dieser Welt auf die Daten hauptsächlich zugreift, wird eine präferierte Region ausgewählt. Da Personal- und Betriebskosten regionsabhängig ermittelt werden, können sich hier Abweichungen für die Nutzung der S3 ergeben. In unserem Fall wird man wohl auf ein Rechenzentrum in der EU entscheiden.
Zu (b): Mit PUT, COPY, POST, LIST- oder GET-Anfragen sind - einfach ausgedrückt - Dateioperationen gemeint. Also etwas in die Cloud hochladen, auflisten, kopieren oder herunterladen. Wie zum Teufel soll man nun aber vorhersagen, wieviele Anfragen monatlich entstehen? Am Beispiel eines Backup-Jobs kann man das vielleicht deutlicher beschreiben. Lokal wird eine Datensicherung erzeugt: 1 x wöchentlich (Fr) eine Vollsicherung und 4 inkrementelle Sicherungen (Mo-Do). Die Vollsicherung inklusive der vier Inkremente haben ein Volumen von rund 1 TB und werden auf ein NAS gespeichert, von wo aus wöchentlich die S3 automatisch betankt wird. Sprich 1 x wöchentlich werden 5 Dateien in die S3 geladen. Das sind dann 5 PUT-Anfragen pro Woche und 20 im Monat, die das NAS anstößt. Sollte es fallweise notwendig sein Daten wiederherzustellen, sind das dann GET-Anfragen.
Zu (c): Um bei meinem Beispiel mit der Datensicherung zu bleiben, sind das rund 4 TB an Traffic ohne Overhead.
Zu (d): Optional kann eine Ausfallsicherheit des Speicherplatzes zugebucht werden, die immer so groß sein sollte, wie das gebuchte Kontingent oder benötigte Volumen.
Da sich Amazon offenbar bewußt ist, dass die Preisermittlung nicht so einfach ist, wird ein so genannter
SIMPLE MONTHLY CALCULATOR angeboten. Nach dem Start wählt man in der linken Navigation den Punkt "Amazon S3" aus. Wenn mich nicht alles täuscht, ist es der zweite Menüpunkt von oben.
In diesem Beispiel fallen demnach folgende Kosten an:
- Region Europa
- Volumen 1 TB
- Redundanter Speicher 1 TB
- Traffic 4 TB
- PUT, COPY, POST, LIST- oder GET-Anfragen: 20
- GET-Anfragen: 1
Monatliche Kosten: 222,63 US$ / 174 EUR
Jährliche Kosten: 2671,56 / 2090 EUR
Inkl. kostenlosem Nutzungskontingent für neue Benutzer.
Somit ist auch klar: Von allen genannten Cloud-Diensten ist S3 am teuersten, wenngleich die Zielgruppe eine andere ist und Sicherheit sowie Performance ihren Preis haben.
3. Quintessenz oder wie es im Moment bei mir aussieht
Image-Backups
unter Windows sind vergeudete Zeit und suggerieren eine zweifelhafte Sicherheit. Meistens ist man mit dem Neuaufsetzen eines OS schneller am Ziel als mit der Rücksicherung eines Backup-Images, das vermutlich nicht fehlerfrei funktioniert. Ich sichere deshalb nur noch die wichtigsten Daten wie z.B. die Raws, den LR-Katalog, die Pano-Projekte, Mail-Datenbanken, Korrespondenzen und natürlich den ganzen Buchaltungskram samt FA & Co auf ein NAS von QNAP mit 4 TB Kapazität für Nutzdaten. Das NAS hat 3 GB RAM, DualCore-CPU und ist so rasend schnell, als würde man mit der internen HDD arbeiten. Die Platten sind für den 24/7-Dauereinsatz ausgelegt und sollte tatsächlich mal eine HDD ausfallen, macht das nichts, weil sie im RAID 5 Verbund laufen. Als Backup-Software nutze ich Genie Backup Manager Pro. Die wichtigsten Daten sichere ich zusätzlich in der S3 direkt vom NAS.
Und Ihr? Wie siehts bei euch aus?
Grüße aus dem digitalen Fort Knox von Horsty