Hallo,
ich habe mir für die SoFi in de USA eine der kleinen Panoramaknipsen gekauft, um genau zu sein die Samsung Gear 2016, also das alte Modell. Meine Vorurteile wurden leider ziemlich bestätigt, vielleicht bin ich aber auch nur ziemlich verwöhnt, da ich die Bildqualität von Panos gewöhnt bin welche mit DSLRs aufgenommen wurden. Was einem bei der Gear gleich ins Auge sticht ist die relative Detailarmut der Bilder, auch bei niedrigen Verstärkungen. Die Rauschunterdrückung ist ziemlich extrem, so dass aus einer Wiese schnell eine matschige grüne Fläche wird. Da hätte ich mir ehrlich mehr erwartet von einer Kamera die eine Auflösung von rund 7000x3500 Pixeln (je nach Sticher) bei Fotos bringt.
Unschön sind auch die Artefakte, welche man sich schnell einhandelt, wenn man die Sonne mit im Bild hat. Dann zeigen sich schnell rötliche Ringe unterschiedlicher Intensität. Die rührt von der unzureichenden Vergütung der Schutzgläser über den Objektiven her. Entfernt man diese sieht das Bild deutlich besser aus und ist auch leichter zu stichen.
Noch übler als die Bildfehler ist aber die Erwärmung der Kamera. Egal in welchem Modus, die Kamera erwämt sich extrem. Ich schätze, dass sie bei Raumtemperatur eine Außentemperatur von gut 45°C erreicht. Im Innern ist es dan natürlich noch deutlich wärmer und so klagen nicht wenige Benutzer über zwangsabschaltungen während des Betriebes. Im Netz ist dazu zu lesen, dass dies zumindest teilweise an der Verwendung zu langsamer Speicherkarten liegen soll. Ich habe hier leider keine Besserung bei der Verwendung schneller Karten festgestellt.
Um die Kamera zumindest etwas zu kühlen habe ich eine Akkudummy verwendet. Damit wird zumindest die Wärme die auf die Entladung des Akkus zurückgeht nicht auf das Gehäuse übertragen. Der Effekt war allerdings nicht wirklich wahrnehmbar. Also habe ich zwei Kühlbleche von 1,25mm Stärke und rund 80mm Länge an beiden Seiten des Dummies angebracht. Dies brachte zumindest eine geringe Abkühlung.
Übel ist auch, dass die alte Gear nur auf wenigen Geräten per App angesprochen werden kann. Zwar gibt es gehackte Software, die das Problem beheben soll, aber sorichtig funktioniert das bei meinem Tablett nicht. Ein Livebild war nicht zu bekommen und ein Firmwareupdate (rund 300Mb) ließ sich nicht installieren. Zumindest ließen sich aber einige Einstellungen an der Kamera (Belichtungskorrektur und ISO) an der Kamera vornehmen.
Ein Lichtblick ist die Möglichkeit die Bilder selbst zu stichen, so lassen sich die Überblendung- und Stichingprobleme der originalen Software vermeiden. Nur was nützt das, wenn nicht wirklich gut funktioniert.
Ich denke Samsung hat mit dieser Kamera die Zielgruppe bei den Käufern ziemlich verfehlt. Man hätte das Teil als Taschenwärmer für fotointeressierte Benutzer bestimmter Samsung Smartphones vertreiben sollen und nicht als 360°-Kamera.

Das Nachfolgemodell soll zumindest in einigen Teilen etwas besser sein, aber die Stichingprobleme bestehen wohl weiterhin und haben sich angeblich wohl auch noch vertärkt. Mit dem optical flow Stichen haben sie es wohl noch nicht ganz raus.
Ganz ehrlich, ich bin von der gebotenen Leistung doch ein klein wenig enttäuscht, aber wie schon gesagt, ich bin ja vielleicht auch etwas verwöhnt ... Zumindest war der Preis der gebrauchten Kamera recht günstig. So bleibt noch Geld für einen Nachfolger der Theta S bei der nächsten SoFi.
MfG
Rainmaker